15. wortSCHÄTZE – Die Psychologie der Sprache

„Sprache erschafft Realität!“

Das ist eine Erkenntnis, die sich viele Religionen und Weltanschauungen, ja sogar die moderne Achtsamkeitsbewegung zu Herzen nehmen.
Unser komplexes Kommunikationssystem unterscheidet uns von anderen Lebewesen.
Es ermöglicht uns in großen Gruppen an gemeinsamen Zielen zu arbeiten und komplexe Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.
Erst dadurch wurde die Entwicklung der Zivilisation möglich.

Trotzdem hat Sprache immer die Herausforderung, dass sie keine objektive und allgemeingültige Wirklichkeit ausdrücken kann. Der Inhalt einer Aussage kommt immer auf den Kontext an, der im Hintergrund mitschwebt. Das, was eine Person sagen möchte, und das, was die andere hört, können zwei völlig unterschiedliche Dinge sein.

Schulz v. Thun beschreibt das in seinem Vier-Ohren-Modell:
Je nach Stimmung des Empfängers hört er eine Botschaft in der Sachebene, der Aufforderungsebene, der Selbstauskunftsebene oder der Beziehungsebene. Und so wird die Botschaft dann auch aufgenommen. Dass es zu Missverständnissen kommen kann liegt in der Natur der Sache.

Worte, die uns umgeben, lenken unsere Aufmerksamkeit. Sie werden in unserem Gehirn zu Bildern.
Versuche jetzt nicht an einen rosa Elefanten zu denken!
Und was siehst Du?

Es ist so gut wie unvermeidbar jetzt nicht diesen Elefanten zu sehen.

So werden Worte zu Bildern. Die Fülle dieser Bilder ergibt die Brille, mit der wir in die Welt sehen. Und dieser Blick in und auf die Welt kann zu unserer Wirklichkeit werden.

Du hast sicher schon von „self-fullfilling prophecy“ - die selbsterfüllende Prophezeiung gehört.
Wenn ich Angst davor habe zu stürzen, dann passiert es mir erst recht!

Aber auch umgekehrt gibt es diesen Effekt:
So können die Glaubenssätze, die dir deine Eltern in deiner Kindheit vermittelt haben, auch noch im Erwachsenenalter mitbestimmen, wie selbstsicher und vertrauensvoll du durch die Welt gehst.

Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du wirst auf jeden Fall recht behalten.“ So soll Henry Ford diese Tatsache einmal auf den Punkt gebracht haben.

Gedanken und Sprache können unseren Körper auch physisch beeinflussen. Mit dieser Tatsache arbeitet das Mentaltraining:

Wenn ich mir vorstelle eine Muskelgruppe zu trainieren, können die gleichen Muskelgruppen aktiviert werden, wie beim Training selbst. Nicht in der gleichen Intensität – aber immerhin!

Man kann sagen: Unser Gehirn kann nicht genau zwischen Vorstellung und Wirklichkeit unterscheiden.
Damit können Bilder im Kopf auch Realität werden.

Sprache besitzt also Macht
 

Macht zum Erschaffen neuer Welten.
Macht, Dein ganzes Leben zu beeinflussen.

Lege doch einmal den Fokus bewusst auf deine Sprache.
Entdecke, welche verborgenen Schätze darin liegen können.

Aktuelles